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Bericht von der Delegation zum UNODC Congress on Criminal Justice, Katar

What is ELSA doing here?“

Es ist Donnerstagabend 18 Uhr am Flughafen in Istanbul. Zwei ELSA-Mitglieder stehen in ihren leuchtend blauen Pullovern mit dem großen ELSA-Logo auf dem Rücken am Gate und warten auf ihren Flug nach Doha. „Excuse me, what is ELSA doing here?“, spricht sie plötzlich jemand an.

Die beiden jungen Frauen sind auf dem Weg nach Doha in Katar, um dort gemeinsam mit fünf anderen Studenten die European Law Students´ Association (ELSA) bei dem 13th United Nations Congress on Crime Prevention and Criminal Justice zu vertreten. ELSA hat als Nichtregierungsorganisation mit Berater- und Beobachterstatus die Möglichkeit, Delegationen zu verschiedenen internationalen Institutionen zu entsenden. Dazu gehören auch die Vereinten Nationen und eines ihrer Hauptorgane, der Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC). Dieser richtete gemeinsam mit dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) den UN Congress on Crime Prevention and Criminal Justice in Doha aus.

Die internationale Konferenz findet alle fünf Jahre in einem anderen Mitgliedsstaat statt. In Doha wurden insgesamt 4000 Teilnehmer aus 159 Ländern erwartet. Die Konferenz beschäftigte sich mit den aktuellen Krisenthemen in der internationalen Kriminalitätsbekämpfung. Hierzu zählen der Schmuggel von Flüchtlingen, Korruption, Internetkriminalität und ein besserer Schutz von Zeugen und Opfern. Diese Schwerpunktthemen, aber auch viele Weitere, wurden in kleinen und großen Gremien diskutiert. Durch den internationalen Erfahrungsaustausch sollten gemeinsam Probleme und Herausforderungen aufgezeigt, aber auch effektivere Herangehensweisen und Lösungsansätze gefunden werden. Die wichtigsten Ziele und Empfehlungen wurden in der Doha Declaration zusammengefasst, welche als Grundlage für die weitere Arbeit der Vereinten Nationen bezüglich dieses Problemfeldes dient.

Auch ELSA durfte ein Bestandteil dieser internationalen Kooperation sein. Vor Ort sind die Studenten Vertreter der Ideen und Werte von ELSA. Sie repräsentieren die Zukunftsvisionen von 40.000 Studenten aus ganz Europa. Sie sind Vorbild für eine internationale Zusammenarbeit, in der man sich für seine Ziele einsetzt, dabei versucht voneinander zu lernen und sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Aber auch nach der Konferenz bringen die Delegationsteilnehmer ihre Erfahrungen und neuen Erkenntnisse mit in das lokale, nationale und internationale Netzwerk, um ihr Wissen mit ihren Kommilitonen zu teilen.

Wir, die beiden jungen Frauen, die als Mitglieder der ELSA Delegation nach Doha zum 13th United Nations Congress on Crime Prevention and Criminal Justice gereist sind, nehmen viele bedeutende Erfahrungen mit. Darunter sind vor allem wichtige inhaltliche Fakten, aber auch ein neues Problembewusstsein. Gleichwohl ist uns erneut vor Augen geführt worden, dass durch internationale Zusammenarbeit mögliche Lösungsansätze und neue Herangehensweisen gefunden werden können.

Darüber hinaus durften wir viele Eindrücke über eine Kultur und ein Land gewinnen, welches wir ohne diese Delegation vermutlich niemals bereist hätten. Auch das ist ein Beitrag zur Völkerverständigung, eines der Kernziele von ELSA.

Und noch eines ist uns wieder bewusst geworden: ELSA ist eine Familie. Denn der Mann, der am Flughafen in Istanbul fragte, was ELSA hier mache, ist einer der Mitbegründer von ELSA London. Er arbeitet in Doha und war sehr erfreut, dass sich die Europäische Jurastudentenvereinigung so gut entwickelt hat. Erkannt hat er uns an den leuchtend blauen Pullovern und obwohl er uns nicht kannte, hat er uns dennoch einfach angesprochen. Das ist es was ELSA ausmacht! Wir sind eine Familie, die sich gemeinsam für ihre Vision “A just world in which there is respect for human dignity and cultural diversity” einsetzt. Und um diese Aufgabe zu erfüllen, reisten wir nach Doha in Katar zu dem 13th United Nations Congress on Crime Prevention and Criminal Justice.

 

Birge Lohre und Franziska Pauels

ELSA-Münster e.V.