Zum Inhalt springen

Bericht vom International Council Meeting (ICM) in Bodrum 2014

Von Birge Lohre, Präsidentin ELSA-Münster 2014/2015

Sonntag, 26. Oktober 2014, 00:05 Uhr, Bodrum, Türkei: 400 Studenten aus ganz Europa erheben sich von ihren Stühlen und klatschen. Sie feiern das, was sie in den letzten sieben Tagen erreicht haben. Sie feiern ihre Freundschaften und ihr Netzwerk. Sie feiern die European Law Students´ Association (ELSA).

 

Was zuvor geschah:

Am Sonntag, den 19. Oktober 2014 reisen eben diese 400 Studenten aus ganz Europa nach Bodrum in die Türkei. Sie wollen gemeinsam an der Zukunft von ELSA arbeiten, gemeinsam Ideen austauschen und Strategien entwickeln, die unser Netzwerk verbessern und ausbauen. Unter den hochmotivierten Studenten befinden sich nicht nur die Vorstände der einzelnen Länder, sondern auch viele Lokale, so wie mich, die mit großem ELSA-Wissensdurst und voller Erwartungen an den ELSA-Spirit ebenfalls den weiten Weg in die Türkei angetreten haben.

Nachdem im Eröffnungsplenum, in dem die Anwesenheit von ungefähr 30 Ländern festgestellt wurde, Moderatoren, Protokollanten, sowie Stimmzähler (ich durfte einer von ihnen sein) gewählt wurden, konnte die Arbeit in den Area-spezifischen Workshops endlich losgehen.

Ich habe den Präsidentenworkshop besucht, weil ich mir hiervon am meisten Profit für meine eigene Arbeit als lokale Präsidentin versprochen habe. Inhaltlich ging es in dem Workshop um den Austausch von Erfahrungen und Zukunftsplänen, die Arbeit des letzten International Board, das International Focus Programme und die aktuellen Plenumsanträge.

Den größten Nutzen für meine lokale Arbeit konnte ich aus dem Fundraising-Training gewinnen, bei dem noch einmal vermittelt wurde, wie man ELSA am besten präsentieren und vorstellen kann. Die Botschaft war  hier vor allem: Gehe nicht zu einem potentiellen Förderer, um nach Geld zu fragen, sondern gehe zu ihm, weil er ELSA braucht! Diese Sichtweise und die vielen weiteren nützlichen Tipps werde ich nun auch auf lokaler Ebene umsetzen.

Ein weiteres Highlight war für mich der Open Workshop Human Rights. Der Einsatz für die Menschenrechte ist eines der zentralen Ziele von ELSA, weshalb ich diesen Workshop gewählt habe. Während es jedoch in dem Workshop hauptsächlich darum ging, was wir unter Menschenrechten verstehen und ob wir alle dasselbe Verständnis von ihnen haben, war für mich und das deutsche Team eines besonders wichtig: Nicht immer nur über Menschenrechte reden, sondern durch viel mehr Aktionen die Aufmerksamkeit auf sie richten. Und wäre nicht eigentlich ein internationales Treffen mit 400 Studenten genau der richtige Rahmen für eine solche Aktion?

 

Neben der Wissensvermittlung war auch die Erfahrung von ELSA als einem internationalen Netzwerk ausschlaggebend für meine Teilnahme am International Council Meeting. Durch die Vorstellung von ELS wurde mein Verständnis von ELSA noch einmal erweitert. Es gibt nicht nur ein aktives europaweites Netzwerk, sondern auch ein Netzwerk von Ehemaligen, die zum Glück nicht loslassen können und uns ELSAner mit ihrem KnowHow und ihren Erfahrungen unterstützen. Während einer Gruppenarbeit konnte jedes Land dabei die Erfahrungen mit einem Ehemaligenverband im eigenen Land schildern. Deutschland berichtete an dieser Stelle von der guten Zusammenarbeit mit dem EAD. Andere Länderdelegationen, die leider nicht die Möglichkeit haben von einem solchen Verband zu profitieren, zeigten jedoch Interesse und Motivation den Aufbau eines solchen Verbandes in ihrem eigenen Land voranzutreiben.

Besonders hat es mich gefreut, dabei sein zu dürfen, als unsere ELSA-Familie gewachsen ist: auf nunmehr 42 Länder. Armenien hat im Abschlussplenum in Bodrum den Beobachterstatus beantragt und erhalten. Ein Beobachterstatus ermöglicht es einem Land an den International Council Meetings teilzunehmen, zu beobachten und die gewonnen Erkenntnisse im eigenen Land umzusetzen, um schließlich einen Mitgliedsantrag stellen zu können. Wenn Armenien auf einem der nächsten beiden International Council Meetings diesen Antrag erfolgreich stellt, kann es schon bald heißen: „ELSA-Armenia: present and voting“.

Besonders hervorheben möchte ich zuletzt noch ein Statement von ELSA-Norway:

„We are doing so much, we are able to achieve so much more, and we are taken seriously!”

Das ist es auch, was ich vom International Council Meeting mitgenommen habe. Ich habe ELSA nochmals mehr als ein europaweites Netzwerk voller engagierter Studenten verstanden. Wir ELSAner haben schon so vieles erreicht und gemeinsam können wir noch so viel mehr erreichen, denn mit ELSA haben wir die notwendige Aufmerksamkeit und daher die Möglichkeit, wirklich etwas zu bewegen. Und genau aus diesem Grund klatschten die 400 Studenten in der Türkei am 26. Oktober um 00:05 Uhr zu Recht.