Den Haag-Fahrt 13.-15. Mai 2009
Im Mai 2009 sind wir mit rund 40 ELSAnern und anderen Reiselustigen nach Den Haag gefahren, um vor Ort einen Einblick in die Arbeit internationaler Gerichtshöfe und anderer international tätiger Institutionen zu erhalten und haben so drei spannende Tage in der schönen niederländischen Küstenstadt verbracht.
Nach der Anreise am Mittwochvormittag und einem kleinen Snack in der Innenstadt ging es los mit einem Besuch bei der Deutschen Botschaft in Den Haag. Dort berichtete uns die Rechtsreferentin von Ihrer Arbeit und den Besonderheiten einer deutschen diplomatischen Vertretung in einem Nachbarland Deutschlands. In Den Haag kommt zudem die Zusammenarbeit mit den internationalen Gerichtshöfen und Organisationen hinzu, was die Arbeit für Juristen dort besonders spannend macht.
Nur ein kurzer Fußweg trennte uns nun vom Friedenspalast, dem Sitz des Internationalen Gerichtshofs. Nachdem das beeindruckende Gebäude zunächst einmal gebührend fotografiert wurde und wir auch die pompöse Eingangshalle bestaunen durften, erhielten wir in der besonderen Atmosphäre des Gerichtssaals einen Vortrag über die Zuständigkeit und Arbeitsweise des IGH. Mit einem gemeinsamen Abendessen und ein paar kühlen Getränken unter freiem Himmel ließen wir den Tag ausklingen.
Am Donnerstagvormittag stand ein Besuch bei der europäischen Polizeibehörde Europol an. Hier lernten wir die Aufgaben und die Arbeitsweise dieser europäischen Einrichtung kennen, die einen wesentlichen Beitrag zur Ermittlung von Straftaten über die Grenzen der einzelnen Mitgliedstaaten der EU hinweg leistet. Viele von uns verbrachten die Mittagspause am nahe gelegenen Strand, der sich einfach für ein gemütliches Picknick anbot.
Nachmittags hatten wir dann die Gelegenheit, eine Verhandlung im Fall Lubanga vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu verfolgen. Schade war allerdings, dass die Verhandlung aus Zeugenschutzgründen zum größten Teil in einer privaten Sitzung abgehalten wurde, sodass wir zwar zuschauen, aber nichts hören konnten. Den Abend nutzten wir, um Den Haag ein wenig zu erkunden und schließlich auch das niederländische Nachtleben kennenzulernen.
Freitags besuchten wir schließlich das Internationale Straftribunal für das ehemalige Jugoslawien. Ein dort tätiger deutscher Staatsanwalt berichtete uns eindrucksvoll von der Tätigkeit des Tribunals und stand uns Rede und Antwort über seine eigenen Erfahrungen von der nicht immer einfachen Arbeit bei einem Kriegsverbrechertribunal. Zum Abschluss verfolgten wir auch hier eine mündliche Verhandlung.
Nach einem gemütlichen Nachmittag am Strand traten wir mit einer Menge neuer Eindrücke die Heimreise nach Münster an. Die Fahrt wird uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben.
Anke Röschenkemper
Den Haag-Fotos
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